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ANNE OCHMANN

Atelier in der Fischfabrik
Max-Steinke-Straße 9–10
13086 Berlin

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mit Plastiken in folgenden Galerien vertreten:

Insel-Galerie Berlin
www.inselgalerie-berlin.de

Galerie Wismar
www.galeriewismar.de

Galerie Möller Warnemünde
www.galerie-moeller.de

Galerie Orangerie Heiligendamm
www.galerie-orangerie-heiligendamm.de
 

   


 
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AN SICH Ausstellung



ANNE OCHMANN

ist eine Bildhauerin, die mit den unterschiedlichsten Materialien arbeiten kann: Terrakotta, Bronze, Holz, Papier oder mit gefundenen Gegenständen. Alle Arbeiten zeichnen sich durch eine fließende Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion aus.

In ihren Skulpturen scheint etwas Vergangenes und zugleich Utopisches aufgehoben zu sein. Eine spannende, sehr eigenständige bildhauerische Position, denn in ihren hell-dunkel-farbenen Bronzefiguren verbindet sich die Bildsprache prähistorischer Kulturen mit moderner Abstraktion zu Figuren, die einen immerwährenden Schöpfungsimpuls zum Ausdruck bringen.

Da die Künstlerin den Menschen als ein so diffiziles Gebilde sieht, dass sie ihn nicht direkt darstellen will, schafft sie nur die Hülle, in der man sich den Körper vorstellen kann. Keine Transformation inneren Erlebens, sondern Natur und Natürlichkeit geben Bericht vom ewigen Mysterium des Werdens. Die Künstlerin schafft Symbole für die Macht des Lebens, die den Wahrheitsanspruch lebendiger Dinge untermauern.

So sind die von Anne Ochmann geschaffenen Figuren mit den Jahren zunehmend schlanker und stilisierter geworden, etwa mit extrem langgezogenen Gliedmaßen und ausdrucksarmen, nahezu gesichtslosen Köpfen. Die Bildhauerin legt den ganzen Ausdruck in die Gliedmaßen und die Haltung der Torsi ihrer Skulpturen. Daher wirken sie auf den Betrachter weniger wie individuelle, sondern wie typisierte Darstellungen des Menschen.

Ihr ist das Verhältnis der Figur zum Raum besonders wichtig. Ihre großen Objekte entfalten eine eigentümliche Wirkungsmacht, besonders in weiten Räumen und auf öffentlichen Plätzen. Es sind Plastiken, die den Raum mit integrieren sollen. Die kleineren Arbeiten sind geprägt von spielerisch anmutenden Figuren, wie z.B. Hexen, Reiterschiffen, Blumenknospen und Architekturphantasien, die auf schmalen hohen Sockeln oder in Kisten stehen.

Besonders die Boote stechen hervor. Mit ihren kleinen Figuren „fliegen“ sie scheinbar schwerelos dahin und man scheint mit ihnen durch Zeit und Raum zu gleiten. Die vom menschlichen Bewusstsein wahrgenommene Form der Veränderungen oder die Abfolge von Ereignissen wird durch diese zarten Arbeiten versinnbildlicht. Die Skulpturen lassen uns unsere Alltagserfahrung als etwas vermuten, dass die Zeit auch unabhängig von bewusst wahrgenommenen Objekten und ihrer Veränderlichkeit existiert. Diese Veränderungen begründen den Eindruck einer „Richtung der Zeit“. Diese Richtung wird von den spitzen Booten sehr genau vorgegeben. Wir befinden uns mit ihnen im Fluss des Lebens. Und dennoch sind sie nur Formen, die uns in Raum und Zeit denken und fühlen lassen. Sie sind nur bewegte Abbilder davon. Anne Ochmann spielt mit den Metaphern und der Mystik, die sich mit dem Abbild eines Bootes verbinden. Sie gleitet mit ihnen auf dem Fluss des Lebens, und es gelingt ihr mit ihnen eine Überfahrt von einer Welt in eine andere, eventuell erdachte.

Als immer wiederkehrendes Thema lässt sich im Gesamtwerk der Bildhauerin der menschliche, vor allem der weibliche Körper in einer großen Variationsbreite ausmachen. Dabei reduziert Anne Ochmann die Formen, zieht die Figuren in die Länge – wie einst Giacometti und Lothar Fischer – und stellt sie auf einen Sockel, um ihnen Stabilität zu verleihen.

Im Vergleich zu Eisen ist Bronze das geschmeidigere Material, in der Regel wird es für detailreichere, kleinformatiger Werke genutzt. Aber ihre Objektwelt hat ihren Ursprung weniger in der empirischen Realität als in den philosophischen Fundamenten eines Denkens, das zu einem ordnenden Verstehen der Welt neigt.

„Die Existenz geht der Essenz (dem Wesen) voraus“, so sagte sinngemäß Sartre angelehnt an Schelling. Es gibt demnach ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann. Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.

Auch Anne Ochmann geht es um das Ding an sich, welches man auch als die Differenz zwischen unserem Verstand und dem perfekten Intellekt ausdrücken könnte. Sie fordert uns auf, beim Betrachten ihrer Arbeiten darüber nachzudenken, inwiefern menschliche Erkenntnis ein Abbild der Wirklichkeit ist.

Ihre Figuren entstehen in einem komplizierten Prozess der Übersetzung und Umsetzung des Materiellen in Ideelles. Kunstfiguren als Sinnbild des Menschen könnte man diese Stellvertreter auch nennen. Sie hat in wenigen Jahren ihres Schaffens mit diesen figürlichen und zugleich fast abstrakten, entindividualisierten Skulpturen eine ganz eigenständige Formensprache geschaffen. Die Künstlerin lehrt uns, dass wir uns Bilder von Tatsachen machen. Und dass diese Bilder Modelle der Wirklichkeit sind. Wir schweben, wie ihre Figuren, die als Bilder die Möglichkeit der Sachlage aufzeigen.

Auch die Holzkästen erscheinen fast nur als Symbole für Häuser von unbekannter, architektonischer Herkunft. Der Hortus bietet Schutz, muss allerdings auch selbst geschützt werden. So findet man die „Hohen Inseln“ auf langen Stelzen. Überall trifft man in ihrem Schaffen auf die mannigfaltigsten Weisen der Reduktion: Blattgebilde, Samenkapseln, Fische, Boote und Häuser und immer wieder differenziert ausgelotete Materialkonstellationen, die manche augenscheinlichen Inhalte zu transzendieren scheinen.

Es sind Orte der Erinnerung, wie des Geschützt-Seins. Hier mögen sich Erinnerungen an Verlorenes, Verklärung von Vergangenem, Wünsche wie Visionen zu einer existentiellen Architektur durchdringen, die für jeden erst einmal entschlüsselt werden muss.

Die bisweilen sacht angedeuteten Mauern oder Grundflächen, bewahren kleine Garten-Archive. Sie erscheinen in quadratischen, mehrteiligen Kompositionen, und dokumentieren Menschen-, Haus- oder Schalenformen – gewissermaßen gebündelte, archivierte Erinnerungen, die im weitesten Sinne immer noch chiffriert bleiben.

"Man hat zu Recht gesagt, dass unsere eigentliche Reise dem Anderen, den Anderen gilt. Im Grunde ist die einzige Reise diejenige, die man in Bezug zum Anderen unternimmt, ob das nun ein Individuum oder eine Kultur ist." (Jean Baudrillard)

So wundert es nicht, wenn die schmalen, lang gestreckten, menschlichen Figuren, wie sie die einzelnen Gruppen bestimmten, wieder zurückkehren. Und mit ihnen das Boot als weite, unauslotbare Metapher für das ständige Unterwegssein mit einer oft ungesicherter Navigation der Erinnerungen. Ein Hafen ist denkbar, aber kein Ort ewigen Verweilens!

Anne Ochmann zeigt, dass in sachlichen Zusammenhängen, oder in Lebensbereichen wie der Kunst, Symbolsysteme bestehen. Sie tragen jeweils zur Erzeugung der Welt bei. Und ihre Stellvertreter sind in Deutschland im öffentlichen Raum wie auch in privaten Sammlungen zu sehen.

Regina Caspers 17.2.2014
(Aus dem Ausstellungskatalog AN SICH, Galerie Caspers, 2014)

 

Fotos:
Bernd Kuhnert:
Große komische Gesellschaft, Weidenboot, Viele kleine Geschichten, Vier kleine Geschichten, Boote III

Jürgen Baumann:
Inseln II, Gesang der Zebras, Hohe Boote, Stehende, Hohe Knospen, Sitzende, Schreitende, Traumhäuser,
Große Stelzenhäuser, Große Knospen, White Box, Ausstellung Galerie Caspers

Sophie Ochmann:
Porträt

Anne Ochmann:
alle übrigen Fotos

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